Posterschnitte_PeterFreitag

Ausstellungsansicht "sexy complexy", Galerie KOOKart, Berlin 2011

Starschnitte - Posterschnitte

In seinen Star- und Posterschnitten durchkreuzt Peter Freitag die Absichten der Star- und Werbeindustrie mit ihrem falschen Schein. Er bearbeitet Werbeplakate und Magazinseiten, sowie Starposter (z.B. Lady Gaga) oder FIlmplakate mit Schmirgelpapier, Aceton und zerlegt sie anschließend mit dem Skalpell .

Wie in seinen anderen Serien manipuliert er auch hier den schönen Schein medial vermittelter Bilder, indem er die verheißungsvollen Oberflächen der uns umgebenden Bilderwelt perforiert – zerstört und dekoriert zugleich – und mit offenen Bedeutungsebenen versieht. Während die ursprünglichen Bildvorlagen aus Werbung etc. im Betrachter Wünsche und Sehnsüchte zu wecken versuchen, bleibt dabei ihre mehr oder weniger kommerzielle Absicht immer durchschaubar und das ihnen immanente Glücksversprechen uneingelöst. Peter Freitags Eingriffe unterbrechen die lineare Funktionsweise der Werbebilder und eröffnen so neue Assoziationsräume.

 

Eine Handlung wird (...) so unterbrochen, dass beim Zuschauer
jegliche Illusionen zerstört werden. So kann er der Theorie zufolge
eine kritische Distanz zum Dargestellten einnehmen. (...) Die Auf-
merksamkeit des Betrachters soll auf den Sinn des Spiels gelenkt
werden, zum Zweck einer kritischen Auseinandersetzung (Inter-
pretation statt Identifikation).

"Einen Vorgang oder einen Charakter verfremden heißt zunächst
einfach, dem Vorgang oder dem Charakter das Selbstverständliche,
Einleuchtende zu nehmen und über ihn Staunen und Neugier zu
erzeugen (...)"

(Bertolt Brecht)

 

Starschnitte_PeterFreitag

Ausstellungsansicht "Jenseits von Eden", Stiftung Starke Löwenpalais, Berlin 2011

 

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